Zertifizierung von Straßensensoren nach DIN EN-15518

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Wenn Sie heute aufmerksam über die Autobahn fahren, erkennen Sie eine Vielzahl von Straßensensoren. Es gibt stationäre Anlagen, bei denen Sensoren in die Straße eingebaut werden, aber auch welche, bei denen berührungslose Technik eingesetzt wird. Berührungslose Straßenwetter-Informations-Sensoren existieren bereits seit mehreren Jahren und sind beispielsweise auf Brücken oftmals die einzige Lösung, um Messdaten über Straßenzustände zu generieren. Seit kurzem gibt es zusätzlich mobile, auf Fahrzeugen eingesetzte Messsysteme wie den MARWIS.

Die Europäische Norm CEN/DIN EN 15518-3:2011 ist eine Richtlinie für stationäre Wetterinformationssensoren und beschreibt diesbezügliche Anforderungen.

Was bedeuten die Buchstaben-Nummer-Kombinationen der Normen genau?

In Deutschland werden technische Normen als „DIN EN“ bezeichnet und sind gleich nummeriert wie die EN-Normen. Vor technischen Spezifikationen steht im internationalen Raum immer ein „CEN/TS“. In Deutschland heißen sie jedoch meist „DIN SPEC“ und gelten als Vor-Norm. Die CEN/TS 15518-4 hat in Deutschland auch eine eigene Vor-Norm-Bezeichnung: DIN SPEC 30748.

In einigen Ländern werden im Zusammenhang mit Straßenwettersensoren Zertifikate von akkreditierten öffentlichen Prüf-Institutionen gefordert – gibt es solche überhaupt?

Es ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein einziges kompetentes Labor bekannt, das für die Prüfverfahren gemäß CEN/TS 15518-4 eine offizielle Akkreditierung einer dafür befugten Akkreditierungsstelle erhalten hat. Auch das Prüflabor der deutschen Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) informierte darüber, dass es aufgrund des Mangels an einer Akkreditierung keine Zertifikate hierfür ausstellt. Daher ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein einziges Straßen-Sensor-Produkt bekannt, für das ein Zertifikat über die Erfüllung der Norm EN 15518-3:2011 nach den Prüfverfahren gemäß CEN/TS 15518-4:2013 von einem akkreditierten Prüflabor ausgestellt wurde.

Noch weniger besteht die Möglichkeit, berührungslose Straßenzustandssensoren zu zertifizieren. Hierzu fehlt schlicht eine momentan gültige Norm und eine technische Prüfverfahren-Spezifikation existiert auch noch nicht.

Dennoch verlangen immer mehr Ausschreibungen gemäß des Auftragsvergabe-Verfahrens, dass Anbieter für ihre Fahrbahnsensoren ein von einer akkreditierten Prüfstelle ausgestelltes Zertifikat vorlegen. Dieses soll die Erfüllung der Norm EN 15518-3:2011 auf Basis der Spezifikationen der CEN/TS 15518-4:2013 nachweisen.

Das mag daran liegen, dass in der Vergangenheit kompetente Prüflabore der Straßenbaubehörden sowie das Prüflabor der BASt im Auftrag der Hersteller EN 15518-3-konforme Prüfungen durchgeführt haben und Prüfberichte hierzu erstellten. Diesbezüglich ist festzustellen, dass Prüfungen, die der früheren Entwurfsfassung der CEN/TS 15518-4 -Spezifikation entsprechen, nicht mehr gültig sein können. Gründe hierfür sind, dass nach 2011 wesentliche Änderungen bzw. Korrekturen an den Spezifikationen der im April 2013 veröffentlichten technischen Spezifikation CEN/TS 15518-4:2013 vorgenommen wurden. Unter anderem wurden die Spezifikationen der Testlösungen für die Gefriertemperatur-Messung vorgenommen. Überdies hinaus ist zu beachten, dass eine „CEN/TS“ keine Norm sondern legidlich eine technische Spezifikation darstellt. In Deutschland wird dies auch als DIN SPEC bzw. als Vor-Norm bezeichnet (wie bereits erläutert).

Lufft ARS31Pro-UMB als erster Straßensensor erfolgreich nach CEN/TS 15518-4:2013 geprüft:

Der aktive Gefriertemperatur-Sensor ARS31Pro-UMB von LUFFT ist kürzlich vom Labor der BASt erfolgreich in Anlehnung an die derzeit gültigen Vorschriften nach CEN/TS 15518-4:2013 geprüft worden. Die Methoden und Ergebnisse sind in einem ausführlichen Prüfbericht festgehalten. Die BASt hat darin bestätigt, dass die Gefriertemperatur Ergebnisse die Anforderungen der DIN EN 15518-3:2011 erfüllen.

Doch wie sieht es mit offiziellen Regelungen bezüglich der Messwertgenauigkeiten von mobilen Straßenwettersensoren aus?

Die Europäische Norm  EN 15518-3:2011 deckt zum derzeitigen Stand  keine stationären berührungslosen Sensoren ab – daher betrifft dies die mobile Version erst recht nicht!

Die SWIS-Projektgruppe innerhalb der CEN TC337 WG1 (Winterdienst – Ausrüstung und Produkte) arbeitet allerdings an einer Fortschreibung der EN 15518-3 in Bezug auf berührungslos arbeitende Straßenzustandssensoren. Mit einer Veröffentlichung ist frühestens in 2016 zu rechnen. Nach Fertigstellung der überarbeiteten DIN EN 15518-3 Norm (für stationäre Anlagen) wird voraussichtlich am Entwurf des Teil 6 der EN 15518 weitergearbeitet. Dieser bezieht sich auf mobile Straßenwettersensoren. Mit einer Veröffentlichung ist nicht vor 2017 zu rechnen.

Wie Sie sehen können, arbeiten die verantwortlichen Gremien bereits an sinnvollen Bedingungen,  mithilfe derer sowohl eingebettete als auch berührungslose Straßensensoren zertifiziert werden können. Bis dahin empfehle ich Ihnen, sich auf die kompetente Beratung unseres erfahrenen Serviceteams zu verlassen.

Das Straßenwettersensor-Angebot von Lufft:

  • IRS31Pro-UMB, der passive invasive Straßensensor,
  • ARS31Pro-UMB, der aktive invasive Straßensensor,
  • NIRS31-UMB, der stationäre, berührungslose Straßensensor,
  • MARWIS-UMB, der neue berührungslose mobile Straßensensor.
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